Es ist diese Art von Mittwochabend, an dem man sein Handy weglegt, tief durchatmet und merkt, dass man nichts Kompliziertes braucht. Der Herbst zieht ein, der Wind weht gegen die Fensterläden, und man sehnt sich nach einer heißen Tasse in den Händen. Diesen Aufguss kannst du in weniger als zwanzig Minuten zubereiten – mit dem, was du wahrscheinlich schon in deinem Schrank hast.

Die Farbe ist ein tiefes Goldgelb, wie ein starker Tee, aber ohne die Bitterkeit. Zuerst steigt der Zimt in die Nase – warm, leicht süßlich, fast so tröstlich wie ein Weihnachtsgewürz. Dann kommt diskret der Lorbeer hinzu, krautig, ein wenig waldig. Die Kamille setzt sich im Hintergrund ab, sanft und blumig. In deiner Tasse schweben noch ein paar Blütenblätter an der Oberfläche. Es ist friedlich, allein schon beim Hinsehen.
Warum Sie dieses Rezept lieben werden
Zutaten im Detail

Zimt, getrocknete Lorbeerblätter, Kamillenblüten und Honig: Eine Handvoll Zutaten für einen beruhigenden Aufguss.
- Die Zimtstange : Bevorzuge eine ganze Stange gegenüber Pulver – sie gibt ihre Aromen langsamer ab und macht die Tasse nicht trüb. Ceylon-Zimt, fein und blättrig wie Papier, ist milder als der Cassia-Zimt, den man oft im Supermarkt findet. Wenn du nur Pulver hast, geht das auch, aber filtere es am Ende gut ab.
- Getrocknete Lorbeerblätter : Das ist die überraschendste Zutat. Als Aufguss verleiht der Lorbeer eine leicht harzige und pfeffrige Note, die das Ganze strukturiert – ohne ihn würden Zimt und Kamille zu ähnlich schmecken. Zwei Blätter reichen aus. Nimm nicht fünf, sonst schmeckt es nach Fleischbrühe. Getrocknete Blätter sind besser, frische sind zu intensiv.
- Getrocknete Kamillenblüten : Lose Ware, wenn möglich – ein gehäufter Esslöffel in einem Tee-Ei oder direkt im Topf. Supermarkt-Beutel sind zur Not okay, aber lose Blüten ergeben einen deutlich aromatischeren Aufguss. Suche nach Römischer Kamille statt der Deutschen, sie ist milder und schmeckt weniger medizinisch.
- Der Honig : Optional, aber empfehlenswert, wenn dir die Kamille allein zu blumig ist. Ein Löffel Akazien- oder Blütenhonig. Gib ihn niemals in kochendes Wasser – warte, bis die Temperatur etwas gesunken ist, sonst verlierst du seine Aromen in weniger als dreißig Sekunden.
Zimt und Lorbeer in kaltes Wasser geben – nicht in heißes
Dieses Detail ändert alles. Du gibst beides in kaltes Wasser, bringst es zusammen zum Kochen und lässt es fünf bis sieben Minuten köcheln. Das Wasser wird während des Kochens hell karamellbraun. Zu diesem Zeitpunkt riechst du es bereits in der Küche – ein warmer, würziger, leicht holziger Duft, der aus dem Topf aufsteigt. Das ist das Zeichen, dass der Zimt sich entfaltet. Der Kaltstart ermöglicht eine schrittweise Extraktion, die viel sanfter ist als ein direkter Hitzeschock. Die Kamille hingegen braucht das alles nicht – starke Hitze würde ihre feinsten Aromen zerstören, und du hättest einen faden Tee.

Den Herd ausschalten, bevor die Kamille dazukommt
Sobald du den Herd ausschaltest, gibst du die Kamille hinzu. Nicht vorher, nicht nachher. Sie muss in heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser ziehen – idealerweise um die 85°C. Decke den Topf mit einem Deckel oder einem Teller ab und lass ihn genau fünf Minuten ruhen. Nicht zehn. Danach kann die Kamille leicht bitter werden und ihre blumige Milde verlieren. In diesen fünf Minuten hast du nichts zu tun. Setz dich hin. Es wirkt bereits.
Langsam filtern, trinken solange es heiß ist
Gieße den Tee durch ein feines Sieb ab. Der gefilterte Aufguss ist von einem durchscheinenden Bernstein-Ton mit goldenen Reflexen im Licht. Jetzt fügst du auf Wunsch den Honig hinzu – rühre dreißig Sekunden lang sanft um, damit er sich gut auflöst. Trinke ihn innerhalb der nächsten zehn Minuten, schön heiß, aber ohne dich zu verbrennen. Die Wärme ist Teil der beruhigenden Wirkung, das ist rein physisch. Ein lauwarmer Tee ist einfach schade.

Tipps & Tricks
- Wenn du den Aufguss für zwei Personen zubereitest, verdopple die Mengen, aber behalte genau die gleiche Ziehzeit für die Kamille bei – sie braucht für zwei Tassen nicht mehr Zeit, und so vermeidest du Bitterkeit.
- Du kannst den Zimt-Lorbeer-Absud tagsüber vorbereiten und abends aufwärmen – die Kamille hingegen sollte immer frisch aufgebrüht werden, niemals im Voraus.
- Wenn du mangels Stange Zimtpulver verwendest, gieße den Aufguss durch einen Kaffeefilter statt durch ein Sieb – so erhältst du eine klare Tasse ohne Bodensatz.

Kann ich dieselben Zutaten für einen zweiten Aufguss wiederverwenden?
Für den Zimt und den Lorbeer ja – ein zweiter Absud ist möglich, aber das Ergebnis wird deutlich leichter sein. Die Kamille hingegen lässt sich nicht wiederverwenden: Sie gibt beim ersten Aufguss bereits alles ab. Für ein zweites aromatisches Glas solltest du besser neue Zutaten nehmen.
Kann ich ihn im Voraus zubereiten?
Der Zimt-Lorbeer-Absud hält sich problemlos 24 Stunden in einem verschlossenen Glas im Kühlschrank – du erwärmst ihn abends und gibst die Kamille im letzten Moment hinzu. Der fertige Aufguss hält sich gefiltert ebenfalls einige Stunden im Kühlschrank, verliert aber an Aroma. Am besten schmeckt er frisch zubereitet.
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