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23 mai 2026

Maison Saint Martin: Diese Brasserie im 10. Bezirk kombiniert seit September 2025 Markthalle, Coffee Shop und Chefküche

Symbolbild © TopTenPlay
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Die Chamäleon-Adresse, die das Viertel von morgens bis abends prägt

Seit September 2025 hat sich ein neuer kulinarischer Treffpunkt zwischen dem Rathaus des 10. Bezirks, der Feuerwache und der Markthalle Saint-Martin niedergelassen. Maison Saint Martin pflegt eine Seltenheit in der Pariser Landschaft: eine Adresse, die sich im Laufe der Stunden wandeln kann, vom morgendlichen Coffee Shop bis zur geselligen Brasserie am Abend.

Wochentags von 8:30 bis 1:00 Uhr morgens geöffnet, begleitet das Etablissement alle Höhepunkte des städtischen Tages. Der Tresen empfängt Stammgäste, die vor dem Büro ihren Spezialitätenkaffee suchen, während sich die hinteren Tische nach und nach mit Arbeitern aus dem Viertel füllen, die zum Mittagessen mit Kollegen kommen. Am Abend wechselt die Atmosphäre zu einer entspannteren Geselligkeit, ideal für Abendessen, die bis in die Nacht dauern. Am Wochenende ändert das Haus erneut sein Gesicht, um große Familientische rund um seinen Brunch mit dem Namen „Ein Wochenende auf dem Markt“ zu empfangen.

Diese Anpassungsfähigkeit ist kein Zufall. Sie spiegelt einen klaren Willen wider: der kulinarische Treffpunkt des Viertels zu werden, auf halbem Weg zwischen traditioneller Brasserie und modernem Café. Ein lebendiger Ort, der sich natürlich in den Rhythmus seiner Bewohner einfügt, ohne jemals seine Identität zu erzwingen. Eine Adresse, die man ebenso für einen morgendlichen Espresso wie für ein sonntägliches Festmahl besucht, getragen von einem Team, das jedes Detail dieser täglichen Orchestrierung durchdacht hat.

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Symbolbild © TopTenPlay
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Drei Generationen von Gastronomen für eine erneuerte Vision

Hinter dieser Adresse verbirgt sich eine Geschichte der Weitergabe und Neuerfindung. David Zenouda, ein erfahrener Gastronom, der Stationen im Café A, Next oder Maze hinter sich hat, entschied sich, dieses neue Projekt mit seinen Kindern Esther und Nathan aufzubauen. Eine Wahl, die über ein einfaches Familienunternehmen hinausgeht: Sie verkörpert das Zusammentreffen zweier Generationen von Know-how.

Das Duo kehrt gerade aus Melbourne zurück, der australischen Hauptstadt des Spezialitätenkaffees und der hybriden Adressen. Ihre dortige Erfahrung hat ihre Vision einer grenzenlosen Gastronomie geprägt, in der Exzellenz des Produkts auf entspannten Service trifft. Dieser Einfluss ist in jedem Detail des Maison Saint Martin spürbar: die Barista-Ecke am Morgen, die Aufmerksamkeit für die geröstete Bohne, die fließenden Übergänge zwischen den verschiedenen Momenten des Tages.

David Zenouda bringt die technische Expertise und die Kenntnis des Pariser Gefüges ein. Seine Kinder bringen zeitgenössische Energie und einen intuitiveren Ansatz für den Beruf ein. Diese generationenübergreifende Komplementarität ermöglicht es, den starren Codes der traditionellen Brasserie zu entkommen, ohne ihr Erbe zu verleugnen. Das Ergebnis? Ein Haus, das voll und ganz zu seiner lokalen Verankerung steht und gleichzeitig die Codes einer internationalen Szene übernimmt.

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Dieses Familientrio versucht nicht, das Modell des Pariser Bistros zu revolutionieren. Es lässt es einfach weiterentwickeln, indem es eine Dosis Aktualität und Aufrichtigkeit injiziert. Ein Ansatz, der sich bereits in der Küche zeigt, wo der Anspruch an das Produkt Vorrang vor jeder Form der Selbstdarstellung hat.

Symbolbild © TopTenPlay
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José Ribeiro: Sternekurs für Küche ohne Schnickschnack

Dieser Anspruch an das Produkt findet seine natürliche Verkörperung in der Küche, wo José Ribeiro eine Karte orchestriert, die durch ihre scheinbare Einfachheit täuscht. Dabei hat der Chefkoch ein prestigeträchtiges Profil: Stationen im Plaza Athénée, im Prince de Galles und dann im Rural bei Marc Veyrat. Ein Lebenslauf, der ihn zur technischen Demonstration hätte drängen können. Er wählte das Gegenteil.

Seine Karte besticht durch entwaffnende Lesbarkeit: Mayo-Ei neu interpretiert mit Panko und Ponzu-Yuzu, saisonale Gnocchi, Parmigiana, Wurst-Püree. Mittags ermöglicht das Menü aus Vorspeise-Hauptgang oder Hauptgang-Dessert für 19,50 € ein unbeschwertes Mittagessen. Abends werden die Teller raffinierter, ohne jemals in Prahlerei zu verfallen: knuspriges Karaage, Thunfisch-Mikado, rustikales Croque, handgeschnittene Wurst aus dem Hause Montalet.

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