Warmer Camembert — den kennt jeder. Eine Schachtel im Ofen, etwas Brot, fertig. Was die Leute nicht kommen sehen, ist, was Blutorange und Rosinen mit diesem Käse machen, wenn Hitze ins Spiel kommt: Der Zucker konzentriert sich, die Säure wird milder, und das alles verschmilzt mit der cremigen Masse auf eine Weise, die die klassische Käseplatte völlig veraltet erscheinen lässt.

Die Rinde ist leicht gewölbt, an den Rändern fast rissig, mit rötlichen Tönen, die stellenweise in ein helles Karamellbraun übergehen. Die Blutorangenscheiben haben beim Backen ihr Wasser verloren — sie sind glasig geworden, fast wie kandiert, in einem tiefen Rot, das ins Burgunderfarbene spielt. Die Rosinen sind prall geworden. Es duftet nach Wärme, nach Milch, mit diesem leicht karamellisierten, fruchtigen Unterton, der aufsteigt, wenn man sich dem Gericht nähert. Noch bevor man den Käse berührt hat, fließt der Teig sanft zu den Rändern.
Warum Sie dieses Rezept lieben werden
Zutaten im Detail

Alle Zutaten vereint: Camembert in der Schachtel, Blutorangen, Rosinen und frischer Thymian.
- Der Camembert : Ein echter Camembert de Normandie AOP, wenn Sie einen finden, aber ein klassischer Camembert aus pasteurisierter Milch tut es hier auch sehr gut. Was wirklich zählt: Er muss Zimmertemperatur haben, bevor er in den Ofen kommt. Ein Camembert direkt aus dem Kühlschrank backt ungleichmäßig — die Rinde wird hart, bevor der Kern Zeit zum Schmelzen hat.
- Die Blutorangen : Sie geben dem Rezept seinen Charakter. Blutorangen haben eine feinere Säure und eine leichte Bitternote, die klassische Orangen nicht haben. Wenn Sie keine finden — sie sind nur wenige Wochen im Winter verfügbar —, tun es auch Navel-Orangen, aber das Ergebnis wird optisch etwas weniger interessant sein (kein Burgunderrot).
- Die Rosinen : Klassische helle Rosinen funktionieren sehr gut. Korinthen oder Sultaninen bringen eine etwas andere Süße, wenn Sie variieren wollen. Die Idee ist, dass sie beim Backen aufquellen, den Orangensaft aufsaugen und fast wie kandiert werden.
- Der Honig : Ein Spritzer erst kurz vor dem Servieren, nicht während des Backens — Honig verbrennt im Ofen schnell und würde bitter werden. Akazienhonig für eine dezente Note oder Kastanienhonig, wenn Sie kräftige Aromen mögen.
Vorbereitung
Nehmen Sie den Camembert eine gute halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Das ist nicht optional. Sobald er Zimmertemperatur hat, entfernen Sie die Plastikverpackung, lassen ihn aber in seiner Holzschachtel — sie hält ihn während des Backens zusammen. Schneiden Sie die Oberfläche der Rinde mit einem scharfen Messer rautenförmig ca. zwei Zentimeter groß ein. Man muss nicht tief schneiden, nur einritzen. So können die Aromen eindringen und der Käse beim Backen atmen.

Die Orange vorbereiten
Reiben Sie die Schale einer Blutorange ab, bevor Sie sie schneiden — mit einer feinen Reibe, nur den farbigen Teil, nicht das bittere Weiße. Schneiden Sie Ihre Orangen dann in etwa fünf Millimeter dicke Scheiben. Dünn, aber nicht zu dünn: Sonst verschwinden sie beim Backen komplett. Pressen Sie den Saft aus den Endstücken der Orangen direkt über den eingeschnittenen Camembert. Dieser Saft durchtränkt den Käse tief im Inneren, er erledigt die eigentliche Arbeit. Legen Sie die Scheiben obenauf, verteilen Sie die Rosinen in den Vertiefungen des Musters und geben Sie dann den Abrieb darüber.
Fünfzehn Minuten, nicht mehr
Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Die Holzschachtel kommt direkt in den Ofen — stellen Sie sie auf ein Backblech, um Unfälle zu vermeiden. Fünfzehn Minuten. Nicht sechzehn, nicht achtzehn. Nach dieser Zeit beginnt der Camembert auszutrocknen und die Rinde wird hart, statt geschmeidig zu bleiben. Er ist fertig, wenn man die Oberseite mit dem Rücken eines Löffels berührt und sie leicht einsinkt wie ein gut gefülltes Kissen. Auch der Geruch verändert sich: Am Anfang riecht es nur nach warmem Käse, gegen Ende erscheint dieser leicht süßliche, karamellisierte Duft von den Rosinen und dem Orangensaft, die zusammen einkochen.
Schnell zu Tisch
Gebackener Camembert wartet nicht. Sobald er aus dem Ofen kommt, haben Sie etwa acht bis zehn Minuten, bevor der Käse wieder fest wird. Stellen Sie die Schachtel direkt auf ein Holzbrett, träufeln Sie ein wenig Honig darüber und geben Sie ein paar Zweige frischen Thymian dazu, falls vorhanden. Legen Sie geröstetes Brot, Cracker oder Baguettescheiben drumherum. Schneiden Sie die Rinde vor allen Gästen kreuzweise ein und lassen Sie den Käse herausfließen. Dann dippt jeder, was er mag.

Tipps & Tricks
- Für ein noch intensiveres Ergebnis legen Sie die Rosinen 20 Minuten vor der Verwendung in Orangensaft ein — sie saugen den Saft auf und geben beim Backen noch mehr Aroma ab. Sie müssen nicht komplett abtropfen.
- Überprüfen Sie, ob die Holzschachtel Metallklammern unter dem Boden hat — manche haben welche. Wenn ja, legen Sie den Camembert einfach in eine kleine ofenfeste Form, das ändert nichts am Ergebnis.
- Decken Sie den Käse während des Backens nicht ab. Die Rinde muss der Hitze ausgesetzt sein, um Farbe zu bekommen. Wenn Sie ihn abdecken, gart er im Dampf — er wird weich, aber nicht schmelzend, das ist nicht dasselbe.
- Behalten Sie etwas Orangenabrieb für das Servieren zurück: Im letzten Moment drübergegeben, bringt er eine Frische und ein lebendiges Aroma, das einen tollen Kontrast zum Fett des geschmolzenen Käses bildet.

Kann man anstelle der Blutorange eine klassische Orange verwenden?
Ja, eine Navel- oder Valencia-Orange funktioniert sehr gut. Die Blutorange bringt eine leichte Bitternote und eine besonders schöne burgunderrote Farbe mit sich, aber das geschmackliche Ergebnis bleibt mit einer klassischen Orange sehr ähnlich. Vermeiden Sie Clementinen — sie sind zu süß und bringen den Käse aus dem Gleichgewicht.
Kann die Holzschachtel des Camemberts wirklich in den Ofen?
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