Kräutertee ist für viele das Zeug, das man trinkt, wenn man krank ist, aus einer deprimierenden Tasse, mit einem industriellen Beutel, der nach Apotheke riecht. Die Realität eines guten selbstgemachten Kräutertees ist etwas ganz anderes. Dieser hier duftet gleichzeitig nach provenzalischem Garten und orientalischem Gewürzladen — und er ist in einer Viertelstunde fertig.

Zutaten :
- Frischer Thymian — Das ist der Unterschied zwischen einem Kräutertee und einem Staub-Aufguss. Getrockneter Thymian ergibt etwas Flaches, ein wenig Staubiges, ohne Profil. Frischer duftet wirklich — die ätherischen Öle sind intakt, die Blätter halten im heißen Wasser stand. Nehmen Sie mehrere großzügige Zweige, nicht nur drei schüchterne Halme. Wenn Sie einen Topf Thymian auf dem Balkon haben, ist jetzt der richtige Moment.
- Sternanis (Badiane) — Drei Sterne auf einen Liter Wasser sind die richtige Dosierung. Darunter schmeckt man ihn nicht wirklich. Darüber erschlägt er alles andere. Ganze Sterne sind besser als Pulver — sie geben das Aroma langsamer und sauberer ab. Man findet sie in jedem orientalischen Laden für fast nichts, und sie halten sich in einem geschlossenen Glas monatelang.
- Honig — Optional, aber ehrlich gesagt schwer wegzulassen, wenn Ihnen der Tee zu herb ist. Ein Akazien- oder heller Blütenhonig verschwindet im Geschmack, ohne alles zu dominieren. Ein Kastanien- oder Waldhonig hingegen tritt in Konkurrenz zum Thymian, was hier nicht unbedingt gewollt ist. Geben Sie ihn direkt in die Tasse, nicht in den Topf — so bleiben seine Aromen erhalten.


